Drohung mit Standard

Wir können Herrn S. wieder nicht erreichen. Das scheint langsam System zu haben. Wir rufen den ursprünglich vorgesehenen Elektriker Herrn H. an, um seine Kapazität zu erfragen; er könnte unser Haus inklusive Sonderwünsche mit Elektrik ausstatten. Nach etlichen Versuchen unseren Bauleiter Herrn S. zu erreichen gelingt das Unfassbare: er nimmt ab. Herr S. verdeutlicht uns, dass er Herrn B. auf unserer Baustelle möchte, weil er der Beste Elektriker sei. Wir erläutern die Situation und erklären, dass wir nicht auf unsere Sonderwünsche verzichten werden. Ich denke unsere Haltung ist durchaus nachvollziehbar. Aber nicht für Herrn S. Wie in der Vergangenheit (Stichwort Baustellenüberfahrt) kommen wir an den Punkt, dass Herr S. die Situation einfach nicht verstehen möchte. Wieder führt die eingeschränkte Kommunikationsbereitschaft zur Eskalation und Herr S. droht, dass er nur an den Interessen von HS-Solid interessiert sei und wenn wir weiter seine Zeit stehlen würden, dann sorge er dafür, dass wir nur den Standard bekommen. Mein Lebenspartner war während dieses Telefonats zugegen und bezeugt diese unverschämten Aussagen. Déjà-vu: HS-Solid ist weder an Lösungen noch an guter Zusammenarbeit interessiert; Verantwortungsgefühl im Unternehmen, unserer Auffassung nach, nicht verwurzelt.

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Schriftwechsel mit der HS-Solid Geschäftsleitung

Da wir uns in unseren Flitterwochen in Japan befinden, werden wir durch unseren Architekten über ein Schreiben der HS-Solid informiert. Schriftlich weißt der HS-Sold Geschäftsführer Herr K. unsere Darstellungen hinsichtlich der Beleidigung meines Lebenspartners durch Herrn S. zurück, lehnt dessen Ablösung ab und beschuldigt meinen Partner der Provokation. Darüber hinaus lehnt Herr K. meinen Lebenspartner als meinen bevollmächtigten Vertreter ggü. HS-Solid ab und sendet mit dem Brief die schriftliche Vollmacht an uns zurück. Ferner bietet er an, den Bauwerksvertrag zu lösen. Wenn man so ein Schreiben ließt, bleibt einem zunächst die Spucke weg und man fragt sich, ob HS-Solid überhaupt an einer gute Zusammenarbeit und Konfliktlösung interessiert ist. Nachdem wir Unsummen bezahlt haben und zusätzlich vom Bauleiter beleidigt werden bietet man uns schriftlich an den Bauwerkvertrag zu lösen!? Eine unfassbare Vorgehensweise, die uns finanziell arg schädigen würde und deshalb keine Option darstellt. Auf das Zurückweisen der Vollmacht, schalten wir einen Anwalt ein, der den Sachverhalt schnell klärt. HS-Solid muss jeden Bevollmächtigten akzeptieren, insbesondere meinen Lebenspartner! Auf die Frage hin, ob man auch heterosexuelle Ehepartner als Bevollmächtigte ablehnt, reagiert HS-Solid nicht. Ein Schelm, wer dabei böses denkt. Wir bereuen mittlerweile nicht gemeinsam den Bauwerkvertrag unterschrieben zu haben, aber wer ahnt so ein Verhalten in Berlin schon? Wir werden im weiteren Verlauf des Baus Anwaltskosten berücksichtigen müssen. Zusätzlich zu den Kosten des eigens bestellten Architekten, da wir unserem Bauleiter Herrn S. nicht mehr im Geringsten vertrauen.